GROUPE MOBILE

Die unter dem Titel Groupe Mobile vorgestellten Werkserien der Jahre 2022–2025 markieren einen Wandel in Peter Köllerers künstlerischer Praxis.
Während seine Produktion davor zwar ebenfalls meist von bildhauerischen Begriffen geprägt war, blieb ihre visuelle Oberfläche doch an die Fotografie als entscheidendes Transportmittel gebunden.

Die Groupe Mobile vereint Arbeiten, die die Gegenwart des Ausstellungsraumes durch ihre Struktur und Materialität unmittelbar adressieren. Sie haben sich von den Wänden gelöst: Einige wenige Grundfarben (Acryl), Holzleisten, bemalte Papierbahnen, vereinzelte Fotografien und vor allem rechteckige Rahmen – in denen das Seitenverhältnis Zwei zu Drei der Kleinbildfotografie nachklingt – bilden die Bauteile, aus denen diese Konstellationen gefügt sind.

Inhaltlich stammen sie vor allem aus zwei Quellgebieten: Displays (Hohlkehlen, Rahmen, Sockel, Regale, Schaufenster etc.) und Figur (als Urthema der Bildhauerei). In beiden Fällen geht es um einen Moment der Transformation. Displays erhöhen Objekte und machen sie begehrenswert; der Gegenstand der Figur gründet ebenfalls auf dem Glauben an eine Verwandlung. Ein Stück Holz, Stein oder Metall wird zur Idee vom Menschen oder gar zu einem Gott (am Kreuz, der Angst oder Mitleid einflößt), einer Göttin (der Weisheit, der Jagd, der Fruchtbarkeit), die gefürchtet, geliebt und verehrt werden.

Diesen Moment der Magie untersucht Köllerer sowohl in seiner Mechanik als auch in seiner romantischen Dimension.

Darüber hinaus beschäftigen ihn in Installationen und Fotografien, spielend und forschend, die Rolle eines schöpferischen Subjektes aufführend, Fragen nach dem Verhältnis von (fotografischem) Bild und (realem) Raum, von Material und Idee.

(F.A. 2026)